QMT Ingenieurbüro

Normen, Richtlinien

DIN EN IEC 61511-1...3

DIN EN IEC 61511Die DIN EN IEC 61511 ist innerhalb des Rahmens der DIN EN IEC IEC 61508 als Sicherheitsgrundnorm für funktionale Sicherheit auf die Prozessindustrie und deren sicherheitstechnische Systeme zugeschnitten. (Beuth-Verlag)

VDI/VDE 2180 Bl 1...5

Die Richtlinie VDI/VDE 2180 gilt für Anlagen der Prozess-industrie, insbesondere wenn diese der Störfallverordnung unterliegen. Die Richtlinie VDI/VDE 2180 basiert auf der harmonisierten Norm DIN EN 61511.

- IEC/DIN EN 61511: Schulung/Seminar "Einführung in die Sicherheitstechnik"
Funktionale Sicherheit Prozessindustrie, Sicherheitskenngrößen, SIL
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Thema: "Einführung in die IEC / DIN EN 61511"
Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener Elektrischer / Elektronischer / Programmierbarer
Elektronischer Systeme (E/E/PE-Systeme)
 
   
Referent: Dipl.-Ing. Luciano Bianchin / QMT Ingenieurbüro
Seminarort: Unternehmen oder offenes Seminar
Termine: gemäß Vereinbarung
 
     
Seminarinhalt:
   

Sichere Prozesse; Prozessssicherheit durch IEC/DIN EN 61511
Risiken in verfahrenstechnischen Anlagen gehen von jeweiligen Prozessen, den verwendeten Stoffen sowie dem Umfeld aus. Ziel der Sicherheitstechnik und der gültigen Normen ist es, diese Risiken zu minimieren, d.h. auf ein tolerierbares Risiko abzusenken.

Das vorhandene Risikopotenzial wird gemäß IEC/DIN EN 61511 ermittelt. Ausgehend vom ermittelten Risiko ist die Risikominimierung auf der Grundlage der IEC/DIN EN 61511 zu planen und umzusetzen; verwendete Komponenten/Teilsysteme müssen die Anforderungen der IEC/DIN EN 61508 erfüllen (Anforderungen an die Hardware-/Software-Entwicklung und/oder Betriebsbewährung).


Aufbau der DIN EN 61511
Die Norm besteht aus drei Teilen:

IEC/DIN EN 61511-1: Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie
Teil 1: Allgemeines, Begriffe, Anforderungen an Systeme, Software und Hardware

IEC/DIN EN 61511-2: Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie
Teil 2: Anleitung zur Anwendung des Teils 1

IEC/DIN EN 61511-3: Funktionale Sicherheit - Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie
Teil 3: Anleitung für die Bestimmung der erforderlichen Sicherheits-Integritätslevel

Sicherheitslebenszyklus
Alle umzusetzenden Anforderungen/erforderlichen Tätigkeiten, die zum Erreichen des jeweiligen Sicherheits-Integritätslevels (SIL) für das Sicherheitstechnische System (SIS) notwendig sind, regelt die IEC/DIN EN 61511 in einem Sicherheitslebenszyklus. Bild 1 zeigt diesen Sicherheitslebenszyklus.

DIN EN 61511-Sicherheitslebenszyklus

Bild 1: IEC/DIN EN 61511-Sicherheitslebenszyklus


Sicherheitsfunktion (SIF)
Die Sicherheitsfunktion (SIF) hat das Ziel - unter Berücksichtigung eines festgelegten gefährlichen Vorfalls - einen sicheren Zustand für den Prozess zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Die Sicherheitsfunktion geht von einem speziellen System aus, das ein sicherheitstechnisches System (SIS), ein System anderer Technologie oder eine externe Einrichtung sein kann.

DIN EN 61511-Sicherheitsfunktion

Bild 3: Typische Sicherheitsfunktion


Sicherheits-Integritätslevel (SIL)
Für jede Sicherheitstechnische Funktion, die in der Anforderungsbetriebsart arbeitet, muss der erforderliche Sicherheits-Integritätslevel (SIL) in Übereinstimmung mit den Tabellen 1 oder 2 festgelegt werden.

SIL: Anforderungsbetriebsart

Tabelle 1: SIL; Ausfallwahrscheinlichkeit bei Anforderung


Wenn Tabelle 2 verwendet wird, darf weder die Häufigkeit der Wiederholungsprüfungen noch die Anforderungsrate bei der Bestimmung des Sicherheits-Integritätslevels verwendet werden.

SIL: Kontinuierliche Anforderung

Tabelle 2: SIL; Häufigkeit gefahrbringender Ausfälle der Sicherheitsfunktion

 
 
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Grundlagen

Was ist funktionale Sicherheit?

Funktionale Sicherheit bezeichnet den Teil der Sicherheit eines Sys- tems, der von der korrekten Funktion der sicherheitsbezogenen (Teil-)Systeme und exter- ner Einrichtungen zur Risikominderung abhängt.
Nicht zur funktionalen Sicherheit gehören u. a. elektrische Sicherheit, Brand- und Strahlen- schutz.

Fehlervermeidung

Verwendung von Techni- ken und Verfahren mit dem Ziel, die Entstehung von Fehlern während jeder Phase des Sicherheits- lebenszyklus des Sicher- heitstechnischen Sys- tems (SIS) zu vermeiden.

Feldgerät

Ein Feldgerät, kurz FG, engl. Field Device (FD), ist eine technische Ein- richtung im Bereich der Automatisierungstechnik, die mit einem Prozess in direkter Beziehung steht. "Feld" bezeichnet den Bereich außerhalb von Schalt-schränken bzw. Leitwarten. Feldgeräte sind damit sowohl Ak- toren (Stellglieder, Ven- tile,...) als auch Sensoren (Messumformer) in der Prozessautomation.

Feldgeräte sind so auszu- wählen und einzubauen, dass Fehler aufgrund von Prozess- oder Umge- bungsbedingungen so weit wie möglich ver- ringert werden (tolerier- bares Risiko).

 

Literatur, Empfehlung

Funktionale Sicherheit

Funktionale Sicherheit sicherheitstechnischer SystemeDas Fachbuch behandelt die Sicherheitstechnik unter Berücksichtigung nationaler und inter- nationaler Normung. Aus- führlich behandelt werden die Grundlagen wie Risi- ko- und Zuverlässigkeits- analysen, Fehler, Fehler- ursachen, Ausfälle, sicherheitstechnische Kenngrößen sowie deren Definition und Ermittlung. ISBN 978-3-446-42809-6